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Einzeltherapie Kinder

Unsere Behandlung von Kindern allen Alters durch unsere Bobath-Therapeut*innen fundiert auf dem im Folgenden dargestellten Verständnis von kindlicher, motorischer Entwicklung. Anhand dieser Vorstellung analysieren wir den Ist-Zustand der Entwicklung Ihres Kindes und konzipieren im Laufe der Therapie einen individuellen Behandlungsplan, der Ihr Kind Stück für Stück durch die Meilensteine der motorischen Entwicklung führt.   

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Normale Entwicklung der Motorik und ihre Abweichungen   

Die statisch-motorische Entwicklung vom Neugeborenen bis hin zum Erwachsenenalter ist abhängig von der Reifung des Zentralnervensystems. Der Ablauf dieser Entwicklung wird bestimmt durch genetisch festgelegte Entwicklungsmuster und Stimulationen durch Umweltreize. Diese durch die Sinnesorgane aufgenommenen Reize werden vom Gehirn als einem Organ der Integration und Koordination mit automatisch ablaufenden komplexen Reaktionen beantwortet. Je nach Alter des Kindes sind diese Reaktionen verschieden, sie erfolgen jedoch von Geburt an in einer festgelegten Reihenfolge. Sie sind charakterisiert durch die Entwicklung der Reflexmechanismen der Haltung und der Haltungsbewahrung, die es dem Menschen ermöglichen, sich entgegen der Schwerkraft aufzurichten und sein Gleichgewicht zu bewahren. Die Motorik ermöglicht dem Menschen die Auseinandersetzung mit der Umwelt. Für das Kind bedeutet die ständige Verbesserung der motorischen Fähigkeiten das Erringen seiner Unabhängigkeit und die Fähigkeit zur Adaptation an soziale Gegebenheiten. Die motorischen Abläufe stehen in unmittelbarer Wechselwirkung zu psychischen und kognitiven Vorgängen. Diese äußern sich fast immer in motorischen Verhaltensweisen, z. B. in der Mimik oder in der Körperhaltung und haben somit Signalwirkung auf die Umwelt unter Inanspruchnahme  von Regelkreisen. Es handelt sich bei der Haltungseinnahme bzw. Bewegung und Haltungsbewahrung um sensomotorische Funktionskreise im Sinne biologischer Regelkreise. Wahrnehmen und Bewegen bedingen sich wechselseitig und sind als biologische Einheiten zu sehen. Jeder Bewegungsablauf vollzieht sich immer unter optimaler Anpassung an äußere Stimuli. Organismus und Umwelt sind in diesem Regelkreis voneinander abhängig. Nach SCHILLING (1970) ist die  motorische Fähigkeit oder der motorische Entwicklungsstand immer umweltabhängig und damit situationsabhängig.  

Nach der Geburt versuchen sich alle biologischen Systeme an die Gegebenheiten der Umwelt anzupassen. Lebenswichtige Systeme, wie Herzschlag, Atmung usw., erreichen dies in kurzer Zeit. Sie müssen sofort arbeiten. Durch die Tatsache, dass der Mensch „relativ" zu früh geboren wird, da er bei weiterer Reifung im Körper den Geburtskanal nicht mehr passieren könnte, benötigen viele Systeme, wie die Motorik, Statik usw. für deren Ausreifung noch Monate bis Jahre nach der Geburt. Es handelt sich aber hierbei nicht um einfache Systeme, die von der ursprünglichen Unreife zur endgültigen Reife spontan übergehen, sondern um ständig der Selbstregulation unterworfene Muster. Diese passen sich an die gegebenen Situationen an, d. h., sie lernen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln im Hinblick auf ein vorgegebenes Muster zu interagieren.

Welches sind die Mittel der Motorik? Hier scheint im Vordergrund die Regulation der Körperspannung zu stehen, die in Abstimmung von verschiedenen Hirnzentren stets ein Gleichgewicht finden muss. Dabei ist keine Stufe ohne die vorhergehende erreichbar. So kann ein genetisch eingeprägtes Muster zusammen mit den Reizen der Umwelt, die diese Entwicklung teils hemmen, teils bahnen, zur vollen Entfaltung gelangen. Dass dieses komplizierte System durch Störungen vielfältigster Art falsch ablaufen kann, ist in der Vielzahl der Regulationssysteme begründet. Ihr koordiniertes Zusammenspiel im Mikrokosmos eines sich entwickelnden Kindes mit seiner Psyche, mit der Fähigkeit, auf Reize aus der Umwelt zu reagieren, mit den Möglichkeiten seiner sensorischen, sensiblen Systeme und seinem Intellekt, auf solche  Reize in nicht immer vorgegebenen Bahnen zu reagieren, d. h. einen gewissen Reaktionsfreiraum zu haben, bewirkt letztlich das, was wir „Entwicklung" nennen. Sichtbar ist für Therapeut*innen immer nur ein ganz kleiner Ausschnitt, und der wird erst überschaubar, wenn ein System nicht mehr funktioniert, wie z. B. bei einer Schädigung des Gehirns. Durch Regulationsausfall entsteht für den Organismus eine neue  Situation, die er nur durch Abwandlung von Mechanismen der Anpassung bewältigen kann. Da diese dann nicht mehr vollgenetisch vorprogrammiert sind, muss das System einen Ausweg finden, um die Anpassung so optimal wie möglich zu gestalten.

Trifft der Schaden ein noch nicht voll funktionierendes System, wird die Möglichkeit zur Anpassung besser sein, als wenn das System bereits ausgereift ist und damit Bahnen „festgelegt" sind, die vorher noch offen waren. Das nennt man die „Plastizität" beziehungsweise „Dynamik" des Gehirns, welche in den ersten Lebensmonaten am ergiebigsten ist. Je weiter ein Organismus entwickelt ist, desto vielfältiger sind bereits seine Reaktionen und desto störbarer ist auch das Gesamtsystem. 

Das menschliche Gehirn, und vor allem das Gehirn des jungen Säuglings, besitzt aber Selbstregulationsmechanismen, welche Abweichungen von der normalen Entwicklung bis zu einem gewissen Grad zu kompensieren vermögen. Diese Selbstregulationsmechanismen sind abhängig von der das Kind umgebenden Umwelt, d. h. inwieweit diese eine Selbstregulation zulässt oder sie mehr oder weniger stark verhindert. Man kann sich verschiedene Regulationsvorgänge vorstellen, die wir durch unsere Therapie anstoßen: 

• Das Kind reguliert sich durch Einbeziehung der Umwelt selbst -> Aufforderungscharakter des therapeutischen Settings. 

• Die Umfeldgestaltung kann gegenregulierend helfen. Dies geschieht durch medizinische Hilfsmittel und die Gestaltung der eigenen Wohnung.

• Therapeut*in gibt den Eltern Hilfestellung durch das Zeigen des „Handlings" des Kindes und ermöglicht dadurch kindliche und elterliche Selbstregulationen. 

• Die Therapie mit entsprechenden Behandlungstechniken ermöglicht die Fähigkeit zur Adaptation durch Stimulation bei vorhandenen Entwicklungsverzögerungen.

   

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